Das Wetter war wunderschön.
Aber die Hütte sah aus wie Sau.
Früher hätte Sohila gesagt:
„Erst räumen wir auf. Dann gehen wir raus.“
Heute lässt sie die Hütte aussehen, schnappt sich ihre Familie und geht.
Klingt banal.
Für Sohila ist es ein Zeichen einer tiefen Veränderung.
Denn viele Jahre war ihr Perfektionismus eng mit Leistung, Druck und Kontrolle verbunden.
Sie konnte durchhalten.
Sich zusammenreißen.
Noch disziplinierter werden.
Noch mehr üben.
Was sie damit kaum erreichen konnte:
sich sicher und frei in ihrem eigenen Körper zu fühlen.
Sohila lebte viele Jahre mit chronischen Schmerzen.
Nach der Diagnose Morbus Bechterew konnte sie zeitweise kaum drei Kilometer laufen, ohne starke Schmerzen zu bekommen.
Sie beschreibt es so:
Sie war aus ihrem Körper „ausgezogen“, um den Schmerz weniger spüren zu müssen.
Als sie zu unserer Intesoma Breathwork Teacher Training Ausbildung kam, machte sie ihre erste transformative Atemreise.
Während andere Menschen Bewegung oder starke Emotionen erleben, lag Sohila fast regungslos da.
Ihr Körper fühlte sich eingefroren an.
In diesem Moment erkannte sie etwas, das sie über den Verstand allein kaum hätte erfassen können:
Wie tief ihr System noch in einem funktionalen Freeze feststeckte.
Danach begann ein langsamer Prozess.
Transformative Atemsessions brachten Gefühle und festgehaltene Erfahrungen an die Oberfläche.
Regulierende Atemtechniken halfen ihr, mit dem Erlebten präsent zu bleiben.
Kohärenzatmung und Meeresrauschenatmung wurden zu täglichen Begleitern – auf der Matte, im Auto, an der Bushaltestelle oder beim Einräumen der Spülmaschine.
Viele kleine, traumasensible Schritte.
Heute geht Sohila dreimal pro Woche zum Krafttraining.
Morbus Bechterew begleitet sie weiterhin. Gleichzeitig konnte sie sich Bewegung, Vertrauen und ein großes Stück Lebendigkeit zurückerobern.
Auch ihr Perfektionismus ist noch da.
Aber er ist weich geworden.
Sohila erkennt ihre innere Antreiberin heute früher.
Dadurch entsteht ein Moment, in dem sie wählen kann:
Muss ich dieser Stimme gerade folgen?
Kann ich langsamer werden?
Oder darf die Hütte heute einfach aussehen wie Sau?
Genau darum geht es für uns in fundierter Atemarbeit.
Der Atem ist mehr als eine Technik zur schnellen Regulation.
Er kann einen inneren Raum öffnen, in dem wir unsere Muster wahrnehmen, Gefühle halten und neue Entscheidungen treffen können.
Und als Atemcoach beginnt diese Arbeit immer auch bei uns selbst.
Denn unsere Fähigkeit, andere Menschen sicher zu begleiten, wächst mit unserer eigenen Kapazität, präsent zu bleiben.
In der neuen Folge des Intesoma Podcasts erzählt Sohila sehr offen:
– wie chronische Schmerzen ihr Verhältnis zum eigenen Körper geprägt haben
– warum Disziplin und Techniken allein keine Veränderung brachten
– wie regulierende und transformative Atemarbeit zusammenspielen
– weshalb die eigene innere Arbeit für Coaches unverzichtbar ist
– und wie aus Perfektionismus wieder Freude, Freiheit und Spontanität entstehen konnten
Hier kannst du das vollständige Gespräch ansehen.