Breathwork vs. Therapie – was hilft wirklich bei Angst und Stress?


Was hilft wirklich bei Trauma, Angst und Stress?

Bisher ist ja Psychotherapie der Platzhirsch - mit mehr oder weniger effektiven Resultaten, auch abhängig davon welche Form gewählt wird.

Viele Leute sind jedenfalls sehr frustriert (besonders von Gesprächs- und Verhaltenstherapie) und entdecken dann transformatives Atmen als DEN Gamechanger.

Ging mir persönlich auch so damals - wobei ich seither auch andere Therapieformen für mich gefunden habe (z.B. NARM, Somatic Experiencing, IFS…), die mir auf meinem Weg auch sehr geholfen haben.

Interessant bei dieser Thematik ist folgendes 👇


​Eine aktuelle Studie hat sich angeschaut, welchen Effekt transformatives Breathwork bei Menschen mit chronischen Angstsymptomen haben kann.

109 Menschen nahmen daran teil.

Eine Gruppe absolvierte sechs Wochen lang jeweils eine 90-minütige Online-Breathwork-Session mit verbundenem Atem.

Die andere Gruppe kam auf eine Warteliste.

Die Ergebnisse waren bemerkenswert:

Die Breathwork-Gruppe zeigte auf der verwendeten Angstskala eine durchschnittliche Reduktion von mehr als 10 Punkten.

In der Kontrollgruppe waren es 1,89 Punkte.

Nach sechs Wochen galten 80 % der Teilnehmenden anhand dieser Skala nicht mehr als klinisch ängstlich.

Der Autor der Studie stellt außerdem den Vergleich auf, dass viele Teilnehmer:innen nach sechs Breathwork-Sessions bessere Ergebnisse erreichten, als häufig nach 20 Sitzungen Verhaltenstherapie beobachtet werden.

Die große Frage nun also:

Warum kann transformatives Atmen einen solchen Effekt haben?

Die Antwort:

Während einer Session passiert viel auf unterschiedlichen Ebenen:

  • Im Körper verändern sich unter anderem CO₂-Level und Gehirndurchblutung, das Nervensystem wird beeinflusst und unterschiedliche biochemische Prozesse werden angestoßen.
  • Gleichzeitig können wir Zugang zu Emotionen bekommen, die im Alltag möglicherweise unterdrückt werden oder wenig Raum bekommen.
  • Und wir bekommen die Möglichkeit, aus dem Kopf herauszukommen.

Denn viele Menschen kennen ihre eigenen Muster sehr genau.

Sie wissen, woher sie kommen.

Sie verstehen ihr Nervensystem.

Sie können ihre Reaktionen erklären.

Und trotzdem bleiben bestimmte Muster bestehen.

Beim transformativen Atmen können wir Intensität im Körper erleben, Emotionen durchlaufen und anschließend wieder in einen regulierteren Zustand zurückkommen.

Aber:

Breathwork kann nicht alles.

Zudem ist transformatives Atmen nicht für jede Person geeignet. Es gibt körperliche und psychische Kontraindikationen, und besonders bei sehr vulnerablen Menschen kann zunächst ein therapeutischer Rahmen notwendig sein.

Auch eine intensive Atemerfahrung allein verändert nicht automatisch langfristige Bindungs- oder Verhaltensmuster.

Eine Session kann etwas sichtbar machen - die Integration dieser Erfahrung ins eigene Leben ist jedoch genauso wichtig.

Deshalb geht es nicht darum, Therapie gegen Breathwork auszuspielen, denn beide Ansätze können unterschiedliche Dinge leisten.

Und gerade die Verbindung von transformativer Atemarbeit mit somatisch-therapeutischen Ansätzen kann eine kraftvolle Kombination sein.

Denn am Ende geht es nicht darum, die eine Methode zu finden, die alles löst.

Sondern darum, Menschen auf unterschiedlichen Ebenen zu unterstützen: im Kopf, im Körper und im Nervensystem.

Von Herzen mit erdenden Atemzügen,

Deine Conni & Christine

P.S.

Wenn du die Effekte von tranformativen Atemsessions für dich selbst erfahren möchtest, dann komm in unser Intesoma Online Studio.​

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